Kurs: Klintholm – Hohe Düne
Start: 08.30   Ankunft: 17.30  Distanz: 48,8 sm


Unfassbar – der Urlaub ist schon wieder vorbei. Man sollte meinen, dass vier Wochen eine lange Zeit sind. Sind es auch. Trotzdem hätten wir weiterreisen wollen. Der letzte große Segeltag liegt vor uns. Alles machen wir gewohnt in Ruhe. Wir frühstücken ausgiebig. Nichts treibt uns. Als wir ablegen, sind die meisten schon draußen, segeln gen Gedser. Wir nehmen als einzige Kurs auf Warnemünde. Wind im Nacken fast 180°. Segelt sich äußerst blöd. Die Genua fällt wegen der Wellen und des leicht drehenden Windes immer wieder ein. Nehmen das Groß raus und baumen die Genua aus. Das Groß fällt am Mast ebenfalls immer wieder einwenig ein. Wir fürchten eine Halse. (Das Großsegel würde ungebremst auf die andere Seite rauschen. Sehr gefährlich bei viel Wind) Um das zu verhindern suche ich in der Backskiste nach brauchbaren Leinen, um einen Bullenstander zu setzen. Eine Konstruktion, die den Großbaum auf einer Seite festhält und eine nicht gewollte Halse verhindert. Jetzt fühlen wir uns sicherer und können entspannen. Oder auch nicht, denn nun laufen wir in eine unruhige Zone mit konfusen Wellen ein. Sicher durch  Strömung verursacht. In fast regelmäßigen Abständen bekommen wir einen Schups, wenn eine querlaufende Welle die Raija trifft – wir rollen. Der Schiffsmast bewegt sich wie ein Metronom von links nach rechts, nur die Musik fehlt. Gottseidank ist der Spuk nach einer Stunde vorbei und das Wellenbild beruhigt sich. Der Wind dreht etwas und nimmt zu. Wir wechseln auf Fock und nehmen die Genua weg. Raja läuft jetzt wie verrückt und auch ruhiger. Wir genießen eine traumhafte Fahrt. Beat hat das Kommando und wir setzen uns aufs Laufdeck und schauen bei herrlicher Sonne auf die See. Viel Frachtverkehr ist zu sehen, einige Segler kreuzen unseren Weg. So könnte es bis ans andere Ende der Welt gehen. Ein toller Abschiedsschlag nach Hause. Trotzdem schwirren schon wieder Gedanken durch den Kopf. Wieviel Mails erwarten mich am Montag? Gefühlswechsel – Fahrradgeschwindigkeit auf See, Rennwagen-geschwindigkeit auf der Straße. Wie wird mein Auto auf dem Parkplatz aussehen? Wird das Möwenbomber-Geschwader aus meinem mondschein-blauen Lack weiß-metallic gemacht haben? Am Horizont taucht der Kühlturm von Warnemünde in leichtem Dunst auf. Zuerst ist nur der Rauch zu sehen, nach einer weiteren Stunde schon der Schornstein. Klintholm verschwindet im gleichen Zug am Horizont achter aus. Östlich sehen wir, wie ein Schauergebiet Richtung Rügen zieht. Uns begleitet die Sonne bis Warnemünde. Nur kleine Wolkenhäufchen ziehen ab und an durch. Wieder diese Magic Moment’s. Erst knapp vor Hohe Düne bergen wir die Segel. Ein Gefühl von „nach Hause kommen“ kommt auf. Alles vertraut. Im Vorhafen des Yachthafen Hohe Düne befindet sich ein Robben-Forschungszentrum. Wir können in der Hafeneinfahrt die Robben hören. Als wir in unsere Boxenreihe einbiegen, sehen wir die „Lillesol“. Gemeinsam waren wir gestartet. Ilona und Peter sind bereits seit zwei Wochen zurück. Jetzt stehen sie auf ihrem Schiff und winken. Eine tollen Begrüßung. Wir sind wieder da. Vier Wochen sind seither vergangen.