Kurs: Simrishamn – Ystad
Start: 07.15   Ankunft: 12.30  Distanz: 28,8 sm


Die Grillen im iPhone brauchen gar nicht zirpen, wir werden auch so wach. Viele verlassen den Hafen schon um 05.00 Uhr. Also stehen wir auch noch vor unserer geplanten Weckzeit auf. Machen langsam. Um 07.00 Uhr brauchen wir erst einmal etwas Diesel. Pünktlich kommen die beiden jungen Hafenmeister und versorgen uns höflich und nett, dass wir nur staunen können. Schon 07.15 Uhr können wir los. Danke Simrishamn, du warst sehr gastfreundlich und einladend. Hier werden wir sicher wieder festmachen.
Kurz nach dem letzten Tonnenpaar setzen wir Genua und Groß, lassen Vini wieder schlafen gehen. Die Sonne scheint schon und die Segel blähen sich, um die Raija vorwärts zu bringen. Mit zeitweise 7 kn ziehen wir ruhig dahin. Kein Vergleich zu unserer Ankunft. Am Kap, dort müssen wir um die „Ecke“, wird es schwieriger, da uns der Wind genau auf die Nase bläst. Wir lassen ein Teil des Großsegel’s stehen und rollen die Genua weg. Vini muß mit ran, er hat ja wieder etwas Nahrung. Nach nur fünfeinhalb Stunden sind wir am Ziel. Ein Stadtbummel ist noch Pflicht. Auch, wenn einige Ystad nicht sonderlich mögen, wir finden es sehenswert und fühlen uns wohl. Am Abend kehren wir erneut in unser schönes Restaurant am Meer ein. Niki und ich bestellen uns diese Megaschnitzel. Klingt erstmal blöd, Schnitzel in Schweden zu essen, wird aber verständlich, wenn man erst mal reingebissen hat. Echt lecker zubereitet. Sowohl Pommes, als auch die Dip’s machen den Eindruck frisch zubereitet zu sein. Die Maus bestellt Tapas aus Meeresfrüchten. Auch die sind extrem lecker. Dazu der tolle Blick übers Meer und die untergehende Sonne. Kitschig, aber toll. Eine Frage bewegt uns jetzt schon beim Essen -„Wie weiter?“ schwebt wie ein Damoklesschwert über uns. Wir hüpfen von einer Wetterquelle zur anderen. Irgendwie haben wir beim geplanten Kurs Hiddensee ein schlechtes Gefühl und überdenken alles neu. Ein Segelnachbar bekommt just als wir zur Raija kommen eine Navtex – Nachricht.   Ein kleines aber ekliges Tief zieht von Norden Richtung Polen und streift Rügen. Angesagt sind auf der Vorderseite bis 35 kn Wind. Ein Blick in die dänische Wetterkarte lässt uns blass werden. Davon möchten wir nicht einmal den Rand haben. Nach diesen Wetterdaten und Bauch entscheiden wir doch lieber Klintholm anzulaufen. Also doch ein zweites „Double“ an Hafen. Wie richtig wir liegen zeigt uns der nächste Tag!