Simrishamn (Simris = Springquelle; Hamn = Hafen) ist ein freundliches Städtchen. Es wird schon 1123 erwähnt und gehörte zu Dänemark. Die 1161 erbaute Kirche diente damals schon als Landmarke für Seefahrer. Fischfang hat eine lange Tradition und hatte lange Zeit sehr große wirtschaftliche Bedeutung. Von hier aus wurden größere Städte mit Fisch versorgt. Durch den Frieden von Roskilde fiel1658 u.a. die ganze Region Schonen an Schweden. Fischfang spielte bis Ende der 1970’ger eine Hauptrolle. In Simrishamn war die größte Fischfangflotte stationiert. Heute lebt ein Großteil der Bevölkerung (ca. 18.000 Menschen) mehrheitlich vom Tourismus. In den Sommermonaten, vor allem im Juli, kommen mehr als 50.000 Menschen hierher. Viele davon aus dem Schwedischen Inland. Ein einladender Hafen lockt sehr viele Segler und Motorbootfahrer an. Vom Hafen aus erreicht man in wenigen Minuten die Altstadt. Kopfsteinpflastergassen führen durch Reihen niedlicher alter Fischerhäuschen. Malven und Rosen zieren die Hauswände. Sehr idyllisch. Heute, am Samstag war ein riesiger Trödelmarkt. Massenauflauf war angesagt. Auf der anderen Seite des Hafens, im Fischereiteil, finden wir einen großen Fischmarkt. Hier gibt es alles an frischem Fisch, was das Herz begehrt. Wir kaufen welchen zum brutzeln und ein außergewöhnliches, dunkles, fast schwarzes Brot, dass sehr lecker schmeckt. Wir fühlen uns pudelwohl. Als der exzellente Fisch seinen Stationsbetrieb Pfanne – Teller – Magen durchlaufen hat, entscheiden wir uns endlich den Strand zu erkunden. Regenschauer hatten das bisher erfolgreich vereitelt. Ein kilometerlanger, sichelförmiger Sandstrand tut sich auf. Das Wasser ist glasklar, aber auch bitterkalt. Ich glaube Kerstins Schuhe passen mir jetzt ohne zu drücken, nachdem ich die Temperatur mit den Füßen prüfe. Der Strand ist ziemlich steil und geht fast ohne Übergang in eine Düne über. Feinen, weißen Sand sucht man hier vergebens. Etwas grobkörniger und rötlich sieht der Strand aus. Ein neues aber tolles Bild. Bei jedem Schritt sinken wir ein – gutes Training für unsere Füße. Hinter Wolkenfetzen geht die Sonne langsam unter. Der Wind bläst unvermindert und legt sogar meine extrem kurzen Haare noch an die Kopfhaut. Bald werden wir wieder Frontdurchgänge mit härteren Böen und Regen haben. Zeit umzukehren und Schutz auf der Raija zu suchen. Ein weiterer toller Tag neigt sich dem Ende.