Wir freuen uns auf den Ausflug über die Insel. Unser Autovermieter hatte uns einige Tipp’s gegeben. Als erstes wollen wir uns zum zentralen Aussichtsturm der Insel vorarbeiten. Von ihm aus sollen wir einen Großteil der Insel überblicken können, wenn die Sicht gut ist. Opa Jürgen hat uns vor Antritt unserer Reise wichtiges Infomaterial zu Bornholm mitgegeben. Kerstins Eltern waren Anfang der 90’ger auf Bornholm. Ihre Inselkarte von damals hat die Maus nun auf dem Schoß und navigiert mich durch große und kleinere Straßen. Wir fahren schön langsam. 80 km/h sind hier ohnehin die Höchstgeschwindigkeit. Wir können dabei auch die Landschaft genießen und an interessanten Stellen einfach anhalten. Übrigens sind die Bornholm auch sehr langsam unterwegs. Mich hat bei meinen ca. 70 km/h nur ein einziger Bornholmer überholt und das war ein SUV der Polizei. Granithügel und Wald wechseln sich ab. An einem Waldweg des Almindinger Waldes biegen wir zum „Rytterknægten mit Aussichtsturm Kongemindet“ ab. Jetzt kommen uns recht zahlreiche Wanderer und Autos, viele mit dt. Kennzeichen, entgegen. Kein Wunder der Rytterknægten ist mit 162 m die höchste Erhebung der Insel und bietet sich geradezu für einen Aussichtsturm an. Der 13 m hohe Aussichtsturm „Kongemindet“ (übers. zu Ehren des Königs) wurde 1855 als Denkmal zu Ehren des Besuches des dän. Königs Frederik VII. im Jahre 1851 errichtet. Um bei wachsenden Bäumen des Waldes die Aussicht zu sichern, wurde eine 9 m hohe Stahlkonstruktion ergänzt. Über die insgesamt 118 Stufen gelangt man so auf die Aussichtsplattform. Obwohl das Wetter und die Sicht gut war, hat uns nur der imposante Blick über das extrem große Waldgebiet beeindruckt. Sehr schnell verging dann die Romantik beim Blick auf die unmittelbar in der Nähe des Turms stationierte recht große Radarstation. Gefühlt war sie so nah, das  man mit den Fingern an der Antenne hätte spielen können. Es ist allerdings auch der höchste Punkt der Insel…wo sonst hin mit einem Radar ?Unsere Fahrt geht weiter zum pitoresken Städtchen Gudhjem. Jeder hatte uns dieses malerischen Ort ans Herz gelegt. Auf dem Weg dorthin blinkt auf einmal etwas Weißes neben der Straße, in die wir eingebogen sind. Österlars, eine von sieben Rundkirchen in ganz Dänemark, wobei allein vier auf Bornholm zu finden sind. Das Sakralgebäude wurde bereits 1150 erbaut. Als wir die in die 2 m dicke Kirchenmauer eingehauene Treppe nach oben steigen, atmet alles Geschichte. Zeitgeschichte zum anfassen und hautnahem Erleben. Ich habe Gänsehaut, der Maus ist schlecht. Die Luft und Enge ist nichts für sie.  Durch ein offenes Gartentürchen aus Holz geht es in einen Hof mit hübschen alten Gebäude. Innen sind wieder heimgemachte Kunstgegenstände ausgestellt und selbstgemachte Hautcreme und Seife mit unterschiedlichsten Duftnoten.  Das ist was für Kerstin. Glatt kaufen wir auch ein Seifchen aus Naturprodukten. Dann sind wir endlich in Gudhjem. Zuerst laufen wir natürlich zum Hafen. Heißt also immer bergab. Klein und zierlich, wie die Häfen von Allinge und Sandvig, präsentiert sich dieser. Trotzdem stehen Segler festgemacht an Mooringleinen an der Pier. Die Häuschen sind super erhalten und gepflegt. Ein toller Fachwerkbaustil in einfacher Ausführung. Noch wissen wir nicht, dass wir morgen erst unser Städtchen besuchen, dass wir persönlich auf Rang eins setzen würden. Gudhjem ist sehenswert, lebt und einen Besuch wert.